Refurnable überführt wissenschaftlich belegte Erkenntnisse zu modularen Möbeln und Additiver Fertigung in eine reale Möbelmarke – kreislauffähig, werkzeuglos montierbar und für alle erlebbar.
Der Earth Overshoot Day macht es sichtbar: Die Menschheit verbraucht jährlich mehr Ressourcen als die Erde regenerieren kann. Und dieser Tag verschiebt sich seit den 1970er-Jahren immer weiter nach vorne.
Die Möbelindustrie ist Teil des Problems: Immer kürzere Produktlebenszyklen, günstige Wegwerfmöbel und kaum vorhandene Reparaturlösungen. Fast Furniture ist das neue Fast Fashion.
Allein in der EU fallen jährlich rund 11 Millionen Tonnen Möbelabfall an. Nur 10 % werden recycelt – der Großteil wird verbrannt oder deponiert. Deutschland trägt dabei mit ca. 2,25 Millionen Tonnen die größte Last aller EU-Länder.
Refurnable entwickelt Möbel, die von Anfang an für ihr Lebensende gedacht sind. Das Herzstück: 3D-gedruckte Verbindungselemente aus Kunststoff, die Stahlvierkantrohr und Holzplatten werkzeuglos zu einem modularen Möbelsystem verbinden.
Das Ergebnis ist ein Sideboard, das sich werkzeuglos auf- und abbauen lässt, sortenrein in seine Materialien zerlegt werden kann und durch seine modulare Architektur beliebig erweitert oder umkonfiguriert werden kann.
Die Konstruktion basiert auf einem CAD-Entwurf mit 3D-Druckverbindern, die iterativ über Rapid Prototyping entwickelt und optimiert wurden – methodisch eingebettet in das Design Science Research-Rahmenwerk nach Peffers et al. (2007).
Alle Verbindungen lassen sich ohne Schrauben, Leim oder Werkzeug lösen und wiederherstellen. Montage und Demontage in Minuten.
Stahl, Holz und Kunststoff sind vollständig separierbar – die Grundvoraussetzung für echte Kreislauffähigkeit und werkstoffliches Recycling.
Standardisierte Verbindungspunkte machen jedes Modul mit jedem anderen kompatibel. Das Möbel wächst mit den Bedürfnissen.
Die Verbindungselemente lassen sich lokal und auf Abruf mit jedem FDM-3D-Drucker fertigen – minimale Logistik, maximale Flexibilität.
Standardisierte Stahlrohre bilden das tragende Grundgestell. Sortenrein recyclebar, langlebig und regional verfügbar.
FSC-zertifizierte Holzplatten als biologischer Rohstoff. Im biologischen Kreislauf kompostierbar und vollständig trennbar von der Tragstruktur.
Additiv gefertigte Kunststoffverbinder verbinden Stahl und Holz werkzeuglos. Biobasiertes PLA als bevorzugtes Material für den technischen Kreislauf.
Die Masterarbeit evaluierte den Refurnable-Prototyp in einer vergleichenden Nutzwertanalyse gegen IKEA KALLAX und USM Haller. Bewertungskriterien: aus der CE-Fachliteratur abgeleitet, gewichtet nach den 9R-Strategien.
Bewertungsskala: 1–10 Punkte je Kriterium · Quelle: Masterarbeit Zukunftsdesign, Hochschule Coburg 2026
| Kriterium | IKEA KALLAX | USM Haller | Refurnable |
|---|---|---|---|
| Individualisierungsgrad | |||
| Wartungsautonomie | |||
| De- und Wiedermontage | |||
| Flexibilität | |||
| Zirkularität | |||
| Ressourceneffizienz | |||
| Funktionale Robustheit* | |||
| Gesamtwert | 5,25 | 6,25 | 7,50 |
Vier zentrale Erkenntnisse aus der Masterarbeit – methodisch fundiert durch Design Science Research und eine vergleichende Nutzwertanalyse auf Basis des 9R-Rahmenwerks.
Der Refurnable-Prototyp erzielte gegenüber IKEA KALLAX (5,25) und USM Haller (6,25) die höchste Gesamtbewertung (7,50) – insbesondere bei Zirkularität, Wartungsautonomie sowie Montage und Demontage.
Durch schichtweisen Materialauftrag entstehen weniger Verschnitt als bei subtraktiven Verfahren. Dezentrale Produktion auf Abruf minimiert Lageraufwand und Transportemissionen signifikant.
Nur wenn technischer und biologischer Kreislauf konsequent getrennt bleiben, entstehen echte geschlossene Kreisläufe. Gemischte Verbindungen – Leim, Dübel, Pressspan – verhindern echtes Recycling.
Es gibt kein lineares Optimum: Robustheit, Demontierbarkeit und Materialwahl stehen in Wechselwirkung. Refurnable trifft bewusste Abwägungen zugunsten von Kreislauffähigkeit.
Die Additive Fertigung stellt eine Schlüsseltechnologie für die Circular Economy dar. Das entwickelte Konzept bietet einen technologischen Ansatz, um durch intelligente Produktgestaltung geschlossene Kreisläufe zu schaffen, die eine Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum ermöglichen.— Masterarbeit „Modulare Möbelsysteme mit additiv gefertigten Verbindungselementen" · Hochschule Coburg · Januar 2026
Das Butterfly-Diagramm der Ellen MacArthur Foundation zeigt das Prinzip der Circular Economy: Materialien zirkulieren entweder im technischen Kreislauf (Metalle, Kunststoffe) oder im biologischen Kreislauf (natürliche Rohstoffe) – niemals als Abfall.
Refurnable setzt dieses Prinzip direkt um: Stahl und Kunststoff bleiben im technischen Kreislauf, Holz im biologischen. Die werkzeuglose Trennung ist dafür die bauliche Grundvoraussetzung.
Solange Materialien nicht sortenrein trennbar sind – wie bei Pressspan, Leim oder lackierten Verbundwerkstoffen – ist echte Kreislauffähigkeit nicht möglich. Refurnable bricht mit diesem Muster.
Technischer Kreislauf: Stahlrohre und 3D-gedruckte Kunststoffverbinder werden am Ende ihrer Nutzung vollständig wiederverwendet oder recycelt.
Biologischer Kreislauf: Holzplatten aus FSC-zertifizierten Quellen kehren nach ihrer Nutzung als Biomasse in den natürlichen Kreislauf zurück.
Alle Einzelteile sind zugänglich und ersetzbar. Kein Möbelstück wird weggeworfen, weil ein Teil defekt ist.
Werkzeuglose Montage und sortenreine Trennung aller Komponenten durch 3D-gedruckte Verbinder.
Module können erweitert und an neue Bedürfnisse angepasst werden – das Möbel wächst mit.
Einheitliche Verbindungspunkte machen alle Elemente kombinierbar und austauschbar.
Sortenrein trennbare Materialien ermöglichen vollständiges Recycling und Wiedereinsatz.
Biobasierte Rohstoffe, die sicher und vollständig in den natürlichen Kreislauf zurückfließen.
3D-Druck ermöglicht dezentrale Produktion auf Abruf und minimiert Materialverbrauch und Logistik.
Individualisierungsmöglichkeiten stärken die psychologische Langlebigkeit und reduzieren Wegwerfmentalität.
Refurnable schafft ein hybrides Transfermodell, das Forschungswissen für Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft gleichermaßen nutzbar macht.
Wissen teilen · Bewusstsein schaffen
Produkte verkaufen · Märkte gestalten
Projektstart: 01. März 2026 · Gefördert durch die Hochschule Coburg
Erste CE-Möbelkollektion mit 3D-gedruckten Verbindern in Kleinserie
Interaktive Wissensplattform mit Forschungsergebnissen und Materialkreisläufen
Logo, Corporate Identity, Social-Media-Aufbau und Produktfotografie
Öffentliche Ausstellung und Nutzertests an der Hochschule Coburg
Präsenz in Gründerzentren, Makerspaces und bei den Coburger Designtagen
Student im Masterstudiengang Zukunftsdesign an der Hochschule Coburg. Seine Masterarbeit zu modularen Möbelsystemen und Additiver Fertigung bildet die wissenschaftliche Grundlage von Refurnable.
Masterarbeit: „Modulare Möbelsysteme mit additiv gefertigten Verbindungselementen zur Operationalisierung der Circular Economy" — Hochschule Coburg, Studiengang Zukunftsdesign, Januar 2026. Methodik: Design Science Research · Nutzwertanalyse · 9R-Rahmenwerk nach Potting et al. (2017).
Refurnable ist eine Ausgründung aus der Hochschule Coburg. Der Wissenstransfer erfolgt durch die unmittelbare Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in eine reale Marktanwendung — verbunden mit öffentlicher Wissensvermittlung über den digitalen Showroom und Ausstellungsformate.
Jonas Behr · Gemeinfeld 30 · 97496 Burgpreppach
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